Moldova

Zur Geschichte des Landes

„Vor meinen Blicken liegt des Südens Zauberland“, so beschrieb Alexander Puschkin im Jahr 1820 über das Land zwischen dem Balkan und dem Schwarzen Meer.

Kein Land bringt so viel Geist, Stil und Lebenskunst auf in zugleich so einfachen Verhältnissen. Dieses unterschätzte Land überrascht uns mit kleinen Gesten des inneren Reichtums.

Das 33700 qkm große Land hat  keinen Zugang zum Meer und besteht größtenteils aus kontinentaler Steppe. Die flachen, weithin übersehbaren Hügel sind jedoch einzigartig in der Welt.

Moldova, früher Bessarabien, hat eine wechselvolle Geschichte. Lange gehörte es zum Osmanischen Reich. 1812 wurde es dann von Russland übernommen. Nach über hundert Jahren, am 9. April 1918, erklärte die nationale Vollversammlung Bessarabiens den Anschluss ihres Gebietes an Großrumänien. Es begann eine Zeit des Aufschwungs -  bis 1940 die Sowjetunion dort ein kommunistisches Regime installierte.

Die Lage der Jüdischen Bevölkerung

Schon seit  Ende des 18. Jahrhunderts  wurden Juden aus dem russischen Reich in Bessarabien angesiedelt.

Infolgedessen gab es in den größeren Orten bald einen Anteil von nahezu  40% jüdischer  Bevölkerung. Trotz einiger Erfolge bei der Abschaffung der Diskriminierung kam es am 6. April 1903 in Kischinau, der Hauptstadt Bessarabiens, zu einem Pogrom, bei dem 47 Menschen starben. Es gab damals äußerst heftige Reaktionen der Weltpresse zu diesem Geschehnis.

Nach 35 Jahren, unter der deutsch-rumänischen Besatzung im 2. Weltkrieg, wurden  die Juden wieder zu Opfern. Zuerst gab es  Massaker  an vielen Orten. Später wurden die Überlebenden in Todesmärschen in das rumänisch okkupierte Transnistrien deportiert, und so zu großen Teilen vernichtet. Von ehemals 65 000 Juden (1939) fielen 53 000 dem deutsch-rumänischen Besatzungsregime zum Opfer.

Die wirtschaftliche Situation heute

Im Jahre 1944 wurde Moldava zu einer sowjetischen Republik. Mit der Deportation von 250 000 moldauischen Bürgern nach Kasachstan und Sibirien (1949) wurde das Volk zusätzlich sowjetisiert. Die russische Sprache wurde Amtssprache.

Erst mit der „Perestroika“, am 31. August 1989, wurde die rumänische Sprache wieder Amtssprache und kurz darauf erfolgte die Unabhängigkeitserklärung. Seit der Öffnung des Landes haben sechs freie Wahlen stattgefunden. Moldova ist Mitglied der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Zugleich bemüht sich das Land um eine europäische Integration.

Mit nur ca. 400.- Euro Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist Moldova das statistisch gesehen ärmste Land Europas. Von den Löhnen und Renten kann niemand auskömmlich leben. Nur durch die Überweisungen von  ca. 1 Million Moldauer, die im Ausland arbeiten, wird der Zusammenbruch der Wirtschaft verhindert.